Beruf & Gehalt
Pflegefachkraft Gehalt 2026 — Brutto, Netto & alle Tarife
Was verdient eine examinierte Pflegefachkraft heute? Mit TVoeD-P, AVR Caritas, AVR Diakonie und privaten Haustarifen im Vergleich — plus Brutto-Netto-Rechnung und Bundeslaender-Realitaet.
3.305 €
Einstieg P8/1 brutto/Monat
Quelle: TVoeD-P Tabelle 03/2024
47.500 €
Durchschnitt Jahresbrutto
Quelle: Destatis Pflegestatistik 2024
+18 %
Gehalt seit 2020
Quelle: Tarifabschluesse 2020/2023
Definition
Pflegefachkraft
Pflegefachkraefte (Pflegefachfrauen/-maenner) sind staatlich anerkannte Berufe nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) mit dreijaehriger generalistischer Ausbildung. Sie uebernehmen die eigenverantwortliche Pflegeplanung, Durchfuehrung und Dokumentation und sind in Pflegeheimen, Krankenhaeusern, ambulanten Diensten und in der Behindertenhilfe taetig.
Was verdient eine Pflegefachkraft in den verschiedenen Tarifen?
TVoeD-P P8 Stufe 1: 3.305 €, AVR Caritas (Anlage 32) S 8a: 3.305 €, AVR Diakonie EG 7: 3.290 €, Privattarif: 2.800-3.400 €. Tarifgebundene Arbeitgeber sind Pflicht seit der Pflegelohnreform 2022.
| Tarif / Vergueistung | Einstieg (Stufe 1) | Erfahren (Stufe 6) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| TVoeD-P (P8) | 3.305 € | 4.014 € | VBL Zusatzrente |
| AVR Caritas (S 8a) | 3.305 € | 4.064 € | KZVK + 90 % JSZ + Beihilfe |
| AVR Diakonie (EG 7) | 3.290 € | 4.005 € | EZVK / KZVK |
| Privat-Haustarif (Konzern) | 3.100-3.400 € | 3.900-4.300 € | Variabel + Bonus |
| Pflegemindestlohn | 3.553 € | — | Untergrenze, kein Stufenaufstieg |
Wie hoch ist das Netto-Gehalt einer Pflegefachkraft?
Bei 3.617 € brutto (P8 Stufe 3) liegt das Netto bei rund 2.380-2.460 € in Steuerklasse 1 (gesetzlich krankenversichert, ohne Kinder).
| Brutto | Stufe | Netto (StKl 1) | Netto (StKl 3) | Netto + Schichtzulagen |
|---|---|---|---|---|
| 3.305 € | P8/1 | ca. 2.180 € | ca. 2.530 € | +200-400 € |
| 3.617 € | P8/3 | ca. 2.380 € | ca. 2.700 € | +250-450 € |
| 3.945 € | P8/5 | ca. 2.560 € | ca. 2.870 € | +300-500 € |
| 4.014 € | P8/6 | ca. 2.600 € | ca. 2.910 € | +300-500 € |
Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschlaege sind nach § 3b EStG steuerfrei und erhoehen das Netto direkt um 200-500 € monatlich bei regelmaessigem Schichtdienst.
Was kommt zum Grundgehalt dazu?
Pflegezulage (120-150 €), Wechselschichtzulage (105 €), Nacht-/Wochenendzuschlaege (steuerfrei), Jahressonderzahlung (80-90 %). Mit allen Zulagen kann das Jahresbrutto 15-25 % ueber dem Grundgehalt liegen.
Konkretes Rechenbeispiel fuer eine Pflegefachkraft P8 Stufe 3 (3.617 € Grundgehalt):
- Grundgehalt 12 × 3.617 € = 43.404 €
- Pflegezulage 12 × 130 € = +1.560 €
- Wechselschichtzulage 12 × 105 € = +1.260 €
- Jahressonderzahlung 80 % = +2.894 €
- Schichtzuschlaege (geschaetzt) = +3.000 €
- Jahresbrutto gesamt: ~52.000 €
Wie unterscheidet sich das Gehalt nach Einsatzbereich?
Akut-Bereiche wie Intensivpflege und OP zahlen Funktionszulagen von 100-300 €. Spezialisierungen wie Palliativpflege oder Onkologie fuehren oft zu Hoeherstufung in P9.
| Einsatzbereich | Eingruppierung | Funktionszulage | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Stationaere Altenpflege | P8 | — | Standard-Setting |
| Ambulante Pflege | P8 | — | Tourenzulage, Wegegeld |
| Krankenhaus Allgemein | P8 | — | Schichtdienst |
| Intensiv- und Anaesthesiepflege | P8/P9 | 100-300 € | Fachweiterbildung erforderlich |
| OP-Pflege | P9 | 150 € | OP-Spezialisierung |
| Palliativ-/Hospizpflege | P9 | 100 € | Zusatzqualifikation |
| Behindertenhilfe (HEP) | S 8b (SuE) | — | Eigener Tarif |
| Praxisanleiter:in | P9 | — | Mit Zusatzqualifikation |
Welche Karrierewege fuehren zu hoeheren Gehaeltern?
Klassische Wege: Praxisanleiter (P9, +200 €), Stationsleitung (P11, +500-700 €), Pflegedienstleitung (P13/P14, +1.000-1.500 €), Heimleitung (P15, +1.500-2.500 €). Plus moegliches Pflegestudium fuer akademische Pflege.
- P9 - Praxisanleiter:in — mit 200h Zusatzweiterbildung, +200 €/Monat
- P11 - Stations-/Wohnbereichsleitung — Leitung von 15-30 Mitarbeitenden, +500-700 €
- P13 - Pflegedienstleitung — Gesamtverantwortung Einrichtung, +1.000-1.500 €
- P15 - Heimleitung — Geschaeftsfuehrung Pflegeeinrichtung, +1.500-2.500 €
- Pflegestudium B.Sc. — akademische Pflege, Forschung, Lehre
Haeufig gestellte Fragen
Was verdient eine Pflegefachkraft 2026?
Eine examinierte Pflegefachkraft verdient 2026 zwischen 3.305 € (TVoeD-P P8 Stufe 1) und 4.014 € (P8 Stufe 6) brutto monatlich. Mit Pflegezulage (120-150 €), Wechselschichtzulage (105 €) und Jahressonderzahlung (80 %) liegt das Jahresbrutto zwischen 43.000 € (Einstieg) und 56.000 € (15+ Jahre Erfahrung). In der Privatwirtschaft sind 10-15 % weniger ueblich.
Wie hoch ist der Netto-Lohn einer Pflegefachkraft?
Bei einem Brutto von 3.617 € (P8 Stufe 3) bleiben in Steuerklasse 1, ohne Kinder, gesetzlich versichert etwa 2.380-2.460 € netto. Mit Steuerklasse 3 (verheiratet) oder Steuerklasse 2 (alleinerziehend) sind 2.600-2.750 € netto realistisch. Hinzu kommen steuerfreie Nachtdienst-, Sonntags- und Feiertagszuschlaege, die das verfuegbare Netto deutlich erhoehen koennen.
Welcher Tarif ist fuer Pflegefachkraefte am besten?
Tariflich am attraktivsten ist meist die AVR Caritas mit 90 % Jahressonderzahlung (TVoeD-P: 80 %) plus kirchliche Zusatzversorgung (KZVK) und teilweise Beihilfe. TVoeD-P bietet die hoechsten Grundgehaelter und beste Stufung. AVR Diakonie liegt knapp unter AVR Caritas. Private Traeger zahlen oft weniger, koennen aber durch Sonderzulagen oder bessere Arbeitszeiten attraktiv sein.
Was verdient eine Pflegefachkraft nach 10 Jahren?
Nach 10 Jahren ununterbrochener Taetigkeit ist eine Pflegefachkraft in TVoeD-P P8 Stufe 5 mit 3.945 € brutto monatlich. Bei zusaetzlicher Qualifikation als Praxisanleiter:in oder Hygienebeauftragte:r in P9 mit 4.099 € (Stufe 5). Mit Uebernahme einer Stationsleitung wechseln Pflegefachkraefte in P11 mit 4.099-4.397 € Stufe 5.
Wo verdient eine Pflegefachkraft am meisten in Deutschland?
Tarifvertraege gelten bundesweit einheitlich, daher ist das Grundgehalt in allen Bundeslaendern gleich. Unterschiede entstehen durch: (a) Region — Privattarife in Bayern und Baden-Wuerttemberg sind hoeher als in Ostdeutschland, (b) Spezialisierung — Intensivpflege, OP, Anaesthesie zahlen Funktionszulagen, (c) Trager — Universitaetskliniken zahlen oft besser als kleine Pflegeheime, (d) Lebenshaltungskosten — netto effektiv mehr in Sachsen als in Muenchen.
Lohnt sich eine Fachweiterbildung fuer Pflegefachkraefte gehaltlich?
Ja. Eine 2-jaehrige Fachweiterbildung (z.B. Intensiv- und Anaesthesiepflege, Onkologie, Palliativpflege) fuehrt in der Regel zu einer Hoeherstufung in P9 (statt P8) — Gehaltsplus rund 200 € monatlich. Plus haeufig Funktionszulagen von 100-300 € monatlich. Auf 30 Jahre Berufsleben summiert das zu rund 100.000 € mehr. Mehr im Ratgeber Intensivpflege-Weiterbildung.
Wie viel verdient eine Pflegefachkraft in Teilzeit?
Anteilig zur Vollzeit-Stunde. Bei 30 Stunden/Woche (statt 38,5) bekommt eine Pflegefachkraft 30/38,5 = 78 % des Vollzeitgehalts. Aus 3.617 € (P8/3) werden also etwa 2.819 €. Alle Zulagen werden ebenfalls anteilig berechnet. Wichtig: 20 Stunden/Woche oder weniger werden meist als Minijob ueber 538 € abgerechnet — andere Steuerregelung.
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