Pflege-Tarife 2026
Gehälter in der Pflege
Alle relevanten Tarifverträge der Pflegebranche auf einen Blick — TVöD-P (Pflegetabelle), AVR Caritas, AVR Diakonie, TVöD SuE für Heilerziehungspfleger sowie Pflegemindestlohn. Realistische Brutto-Werte 2025/2026 mit Stufenaufstiegen und allen Pflegezulagen.
TVöD-P (Pflegetabelle)
Kommunale & öffentliche Pflegeeinrichtungen, KrankenhäuserEigener Tarifvertrag für die Pflege seit 2009 — abgekoppelt vom allgemeinen TVöD. Sechs Erfahrungsstufen pro Entgeltgruppe, jährliche Aufrückung. Plus P-Zulage (Pflegezulage), Schicht- und Wechselschichtzulagen.
| Position | Stufe | Brutto / Monat | Brutto / Jahr |
|---|---|---|---|
| Pflegehelfer (P5) | Stufe 1 (1. Jahr) | 2.661 € | 31.932 € |
| Pflegehelfer (P5) | Stufe 6 (15+ Jahre) | 3.146 € | 37.752 € |
| Pflegeassistent (P6) | Stufe 1 | 2.764 € | 33.168 € |
| Pflegeassistent (P6) | Stufe 6 | 3.318 € | 39.816 € |
| Einjährig examinierte Pflegehilfskraft (P7) | Stufe 1 | 2.928 € | 35.136 € |
| Einjährig examinierte Pflegehilfskraft (P7) | Stufe 6 | 3.620 € | 43.440 € |
| Pflegefachkraft / examiniert (P8) | Stufe 1 | 3.305 € | 39.660 € |
| Pflegefachkraft / examiniert (P8) | Stufe 3 | 3.578 € | 42.936 € |
| Pflegefachkraft / examiniert (P8) | Stufe 6 | 4.024 € | 48.288 € |
| Praxisanleitung / Fachweiterbildung (P9) | Stufe 1 | 3.578 € | 42.936 € |
| Praxisanleitung / Fachweiterbildung (P9) | Stufe 6 | 4.301 € | 51.612 € |
| Stations- / Bereichsleitung (P10/P11) | Stufe 1 | 3.806 € | 45.672 € |
| Stations- / Bereichsleitung (P10/P11) | Stufe 6 | 4.823 € | 57.876 € |
| Wohnbereichsleitung (P12) | Stufe 1 | 4.420 € | 53.040 € |
| Wohnbereichsleitung (P12) | Stufe 6 | 5.156 € | 61.872 € |
| Pflegedienstleitung (P14) | Stufe 1 | 5.003 € | 60.036 € |
| Pflegedienstleitung (P14) | Stufe 6 | 6.150 € | 73.800 € |
| Heimleitung (P15) | Stufe 1 | 5.504 € | 66.048 € |
| Heimleitung (P15) | Stufe 6 | 7.000 €+ | 84.000 €+ |
Quelle: TVöD-P Tarifabschluss 2024 / Pflegetabelle 2025
- →Heimleitung (P15): Häufig AT-Vertrag mit Boni
AVR Caritas
Caritas-Pflegeheime, Sozialstationen, BehinderteneinrichtungenTarifregelung der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas. Eingruppierungen analog TVöD-P, mit Besonderheiten bei Jahressonderzahlung (90% statt 80%), Familienzuschlag und kirchlicher Zusatzversorgung (KZVK).
| Position | Stufe | Brutto / Monat | Brutto / Jahr |
|---|---|---|---|
| Pflegehelfer (S2) | Berufseinstieg | 2.685 € | 32.220 € |
| Pflegefachkraft (S8a) | Stufe 1 | 3.305 € | 39.660 € |
| Pflegefachkraft (S8a) | Stufe 6 | 4.064 € | 48.768 € |
| Praxisanleitung (S8b) | Stufe 3 | 3.804 € | 45.648 € |
| Wohnbereichsleitung (S11b) | Stufe 1 | 4.470 € | 53.640 € |
| Pflegedienstleitung (S15) | Stufe 1 | 5.090 € | 61.080 € |
| Heimleitung | AT | 5.500 €+ | 66.000 €+ |
Quelle: AVR Caritas 2025 (Anlage 32, 33)
- →Heimleitung: Plus Beihilfe und KZVK-Zusatzversorgung
AVR Diakonie
Diakonische Pflegeheime, Sozialstationen, BehindertenhilfeArbeitsvertragsrichtlinien des Diakonischen Werks. Stark regional unterschiedlich (jeweils Landeskirchen-spezifisch — z. B. AVR-DD für Diakonie Deutschland). Niveau vergleichbar TVöD-P.
| Position | Stufe | Brutto / Monat | Brutto / Jahr |
|---|---|---|---|
| Pflegehelfer (EG 4) | Stufe 1 | 2.671 € | 32.052 € |
| Pflegefachkraft (EG 7) | Stufe 1 | 3.290 € | 39.480 € |
| Pflegefachkraft (EG 7) | Stufe 6 | 4.005 € | 48.060 € |
| Wohnbereichsleitung (EG 9) | Stufe 1 | 4.380 € | 52.560 € |
| Pflegedienstleitung (EG 11) | Stufe 1 | 4.950 € | 59.400 € |
Quelle: AVR Diakonie Deutschland 2025
Pflegemindestlohn
Private Pflegeeinrichtungen ohne TarifbindungBundesweit verbindlicher Mindestlohn für Pflegekräfte (Pflegearbeitsbedingungenverordnung). Seit Mai 2025 stufenweise Erhöhung. Seit 2022 müssen alle Pflegeeinrichtungen mit Pflegekassen-Zulassung mindestens nach Tarif oder kirchlicher Arbeitsrechtsregelung vergüten — der reine Pflegemindestlohn allein reicht nicht mehr aus.
| Position | Stufe | Brutto / Monat | Brutto / Jahr |
|---|---|---|---|
| Pflegehilfskraft (ohne Ausbildung) | ab 1. Juli 2025 | 2.792 € | 33.504 € |
| Qualifizierte Pflegehilfskraft (1-jährig) | ab 1. Juli 2025 | 3.008 € | 36.096 € |
| Pflegefachkraft (3-jährig examiniert) | ab 1. Juli 2025 | 3.553 € | 42.636 € |
| Zusatzurlaub Pflegekräfte | alle Qualifikationen | — | — |
Quelle: 5. Pflegearbeitsbedingungenverordnung 2024
- →Pflegehilfskraft (ohne Ausbildung): 16,10 €/h × 173,33h
- →Qualifizierte Pflegehilfskraft (1-jährig): 17,35 €/h
- →Pflegefachkraft (3-jährig examiniert): 20,50 €/h
- →Zusatzurlaub Pflegekräfte: Mind. 9 zusätzliche Urlaubstage gesetzlich
Heilerziehungspflege (TVöD SuE)
Behindertenhilfe, Werkstätten, WohnheimeHeilerziehungspfleger werden nach TVöD Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) bezahlt — eigene Tabelle, andere Stufung als TVöD-P. Mit Zulagen für besondere Belastungen (S 8b mit Zulage).
| Position | Stufe | Brutto / Monat | Brutto / Jahr |
|---|---|---|---|
| Heilerziehungspfleger (S 8b) | Stufe 1 | 3.305 € | 39.660 € |
| Heilerziehungspfleger (S 8b) | Stufe 6 | 4.382 € | 52.584 € |
| HEP mit Praxisanleitung (S 9) | Stufe 3 | 3.913 € | 46.956 € |
| Gruppenleitung (S 12) | Stufe 1 | 4.275 € | 51.300 € |
| Wohnbereichsleitung HEP (S 13) | Stufe 3 | 4.876 € | 58.512 € |
| Bereichsleitung Behindertenhilfe (S 15) | AT | 5.200 €+ | 62.400 €+ |
Quelle: TVöD SuE 2024/2025
Zulagen & Zuschläge in der Pflege
Zusätzlich zum Grundgehalt — gelten i.d.R. für alle TarifeSchicht-, Wechselschicht- und Bereitschaftszulagen können das Grundgehalt um 15–25% erhöhen. Die P-Zulage (Pflegezulage) und Sonn-/Feiertagszuschläge sind tariflich fixiert.
| Position | Stufe | Brutto / Monat | Brutto / Jahr |
|---|---|---|---|
| Pflegezulage (P-Zulage) | Pflegehilfs- und Pflegefachkräfte | 120 € – 150 € | 1.440 € – 1.800 € |
| Wechselschichtzulage | Wechsel zwischen Früh-, Spät-, Nachtdienst | 105 € | 1.260 € |
| Schichtzulage | Schichtdienst ohne Wechsel | 40 € – 50 € | 480 € – 600 € |
| Nachtdienstzuschlag | Tarifabhängig | 20% pro Nachtarbeitsstunde | — |
| Sonn- und Feiertagszuschlag | Tarifabhängig | Sonntag 25%, Feiertag 35–135% | — |
| Jahressonderzahlung | TVöD-P / AVR | — | 60–90% Monatsgehalt |
| Betriebliche Altersvorsorge | VBL / KZVK / kirchliche ZVK | — | — |
- →Pflegezulage (P-Zulage): Tariflich seit 2017 verankert
- →Wechselschichtzulage: Bei Schichtdienst mit Nachtdienstanteil
- →Nachtdienstzuschlag: Steuerfrei nach §3b EStG
- →Sonn- und Feiertagszuschlag: Steuerfrei nach §3b EStG
- →Jahressonderzahlung: Auszahlung November
- →Betriebliche Altersvorsorge: Arbeitgeber zahlt voll oder mehrheitlich
Tarifsystem in der Pflege — kurz erklärt
In der deutschen Pflege gilt eine klare Tarif-Landschaft: Pflegekräfte bei kommunalen und öffentlichen Trägern werden nach TVöD-P (Pflegetabelle) bezahlt — ein eigener Tarifvertrag, abgekoppelt vom allgemeinen TVöD seit 2009. Bei kirchlichen Trägern (Caritas, Diakonie) gelten die Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR), bei privaten Häusern Haustarife oder mindestens der Pflegemindestlohn. Heilerziehungspfleger in der Behindertenhilfe folgen dem TVöD-Sozial- und Erziehungsdienst (SuE).
Zusätzlich zum Grundgehalt kommen die Pflegezulage (P-Zulage), Schicht-, Wechselschicht- und Bereitschaftszulagen, Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge — letztere bis zu 135% steuerfrei nach §3b EStG. Die Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) liegt je nach Tarif zwischen 60% und 90% eines Monatsgehalts. Hinzu kommt die betriebliche Altersvorsorge über die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) bei kommunalen Trägern oder die Kirchliche Zusatzversorgungskasse (KZVK) bei kirchlichen Trägern — in beiden Fällen finanziert der Arbeitgeber den Großteil.
Ein wichtiger Schritt war die Pflegelohnreform 2022: Seit September 2022 müssen alle Pflegeeinrichtungen, die mit Pflegekassen abrechnen, mindestens nach Tarif oder kirchlicher Arbeitsrechtsregelung vergüten — der reine Pflegemindestlohn allein ist für zugelassene Einrichtungen nicht mehr ausreichend. Damit sind Pflegekräfte heute deutlich besser gestellt als noch vor wenigen Jahren.
Häufige Fragen
- Welcher Tarif gilt für Pflegekräfte in Deutschland?
- Für Pflegekräfte in kommunalen und öffentlichen Pflegeeinrichtungen gilt TVöD-P (Pflegetabelle, eigener Tarifvertrag seit 2009). Bei kirchlichen Trägern AVR Caritas (katholisch) oder AVR Diakonie (evangelisch). In privaten Häusern Haustarife oder mindestens der Pflegemindestlohn. Heilerziehungspfleger werden nach TVöD SuE bezahlt.
- Was verdient eine Pflegefachkraft im Berufseinstieg?
- Nach TVöD-P P8 startet eine examinierte Pflegefachkraft in Stufe 1 mit 3.305 € brutto pro Monat. Mit der P-Zulage von 120-150 € und Schichtzulagen (40-105 €) kommt das durchschnittliche Brutto-Monatsgehalt im 1. Jahr auf etwa 3.500-3.700 €. Plus 80% Jahressonderzahlung im November.
- Was verdient ein Pflegehelfer ohne Ausbildung?
- Pflegehelfer ohne Ausbildung erhalten nach TVöD-P P5 zwischen 2.661 € (Stufe 1) und 3.146 € (Stufe 6) brutto monatlich. Bei Trägern ohne Tarifbindung gilt seit Juli 2025 der Pflegemindestlohn von 16,10 €/h für Pflegehilfskräfte (entspricht ca. 2.792 € bei Vollzeit).
- Welche Zulagen gibt es zusätzlich zum Grundgehalt?
- P-Zulage (Pflegezulage) 120-150 € monatlich, Wechselschichtzulage 105 €, Schichtzulage 40-50 €, Nachtdienstzuschlag 20% pro Stunde (steuerfrei), Sonn- und Feiertagszuschläge 25-135% (steuerfrei), Jahressonderzahlung 60-90% eines Monatsgehalts, betriebliche Altersvorsorge über VBL oder KZVK.
- Was verdient eine Pflegedienstleitung (PDL)?
- Nach TVöD-P P14 verdient eine PDL zwischen 5.003 € (Stufe 1) und 6.150 € (Stufe 6) brutto monatlich. In privaten Häusern oder größeren Trägern oft AT-Verträge mit 5.500-7.500 € plus Bonus. Heimleitungen (P15) liegen zwischen 5.504 € und 7.000 €+.
- Lohnt sich der Wechsel von der ambulanten in die stationäre Pflege?
- Tariflich sind die Vergütungen identisch (TVöD-P bzw. AVR). Unterschiede liegen in den Arbeitsbedingungen: Stationäre Pflege bietet Schichtdienst-Zulagen, ambulante Pflege oft Tourenzulagen und Wegegelder. Die Wahl hängt von persönlichen Vorlieben (Schichtarbeit ja/nein, Mobilität) ab — das Gehalt ist in beiden Bereichen vergleichbar.
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