Die TVöD Pflege Eingruppierung entscheidet darüber, wie viel du als Pflegefachkraft im öffentlichen Dienst wirklich verdienst – und viele Pflegekräfte lassen bares Geld liegen, weil sie nicht wissen, in welche Entgeltgruppe sie gehören. In diesem Leitfaden erfährst du alles, was du 2026 über die Eingruppierung im TVöD Pflege wissen musst: von P6 bis P13, Stufenaufstiege, regionale Besonderheiten und praktische Tipps, damit du nicht unter deinem Wert bezahlt wirst.
Was ist die TVöD Pflege Eingruppierung?
Die TVöD Pflege Eingruppierung ist das System, das festlegt, in welche Entgeltgruppe du als Pflegekraft im öffentlichen Dienst eingestuft wirst – und damit direkt bestimmt, wie hoch dein monatliches Grundgehalt ist. Sie gilt für alle Beschäftigten in kommunalen Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen öffentlich-rechtlichen Trägern, die nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) vergütet werden.
Seit der Einführung des eigenständigen Pflege-Anhangs (Anlage C) zum TVöD im Jahr 2017 gibt es für Pflegeberufe eigene Entgeltgruppen – die sogenannten P-Gruppen von P5 bis P16. Das war ein wichtiger Meilenstein, denn zuvor wurden Pflegekräfte oft in allgemeine Entgeltgruppen eingestuft, die ihrer Qualifikation nicht gerecht wurden. Laut mitpflege.de ist das Verständnis dieser Eingruppierung eine der häufigsten Fragen von Pflegekräften, die einen neuen Job suchen oder ihren Vertrag prüfen wollen.
Wer fällt unter den TVöD Pflege?
Nicht jede Pflegekraft arbeitet automatisch nach TVöD. Der Tarifvertrag gilt vor allem für Beschäftigte bei:
- Kommunalen Krankenhäusern und Unikliniken (teilweise TVöD-K oder TV-L)
- Städtischen und kommunalen Pflegeheimen
- Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, die TVöD übernommen haben (z. B. Arbeiterwohlfahrt)
- Ambulanten Pflegediensten in öffentlicher Trägerschaft
Ob dein Arbeitgeber nach TVöD zahlt, steht in deinem Arbeitsvertrag. Falls nicht, kann es sich lohnen, einen Wechsel zu prüfen – auf mitpflege.de findest du aktuelle Infos zum Pflegefachkraft-Gehalt beim Einstieg 2026.
Die Entgeltgruppen P6 bis P13 im Überblick
Die TVöD Pflege Eingruppierung umfasst die Entgeltgruppen P5 bis P16 – die für die meisten Pflegekräfte relevanten Gruppen liegen zwischen P6 und P13. Hier ein klarer Überblick, welche Qualifikationen und Tätigkeiten zu welcher Gruppe gehören:
| Entgeltgruppe | Typische Berufe / Tätigkeiten | Grundgehalt Stufe 3 (2026, ca.) |
|---|---|---|
| P6 | Pflegehelfer mit 1-jähriger Ausbildung, Betreuungskräfte §43b | ca. 2.900 € |
| P7 | Pflegefachhelfer (1-jährig examiniert), Operationstechnische Assistenten (OTA) in einfachen Tätigkeiten | ca. 3.050 € |
| P8 | Pflegefachkraft (3-jährig examiniert), Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger | ca. 3.300 € |
| P9 | Pflegefachkraft mit Fachweiterbildung oder besonderen Aufgaben (z. B. Wundmanagement) | ca. 3.500 € |
| P10 | Pflegefachkraft in verantwortungsvoller Tätigkeit, Praxisanleiter mit Zusatzqualifikation | ca. 3.700 € |
| P12 | Stationsleitung, Pflegedienstleitung kleinerer Einheiten, Fachkräfte mit Hochschulabschluss | ca. 4.200 € |
| P13 | Pflegeexperten mit Masterstudium, Advanced Practice Nurses (APN), leitende PDL | ca. 4.600 € |
Hinweis: Alle Gehaltsangaben sind Richtwerte für Stufe 3, Stand 2026. Die exakten Tabellenwerte können je nach aktueller Tarifrunde abweichen.
TVöD Pflege Eingruppierung P8: Der Standard für Pflegefachkräfte
Die TVöD Pflege Eingruppierung P8 ist die Einstiegsstufe für alle dreijährig examinierten Pflegefachkräfte – also für Gesundheits- und Krankenpfleger, Altenpfleger und seit 2020 auch für den neuen Berufsabschluss „Pflegefachmann/Pflegefachfrau". Du wirst hier automatisch eingruppiert, wenn du deine Ausbildung abgeschlossen hast und eine Tätigkeit ausübst, die deiner Qualifikation entspricht. Wichtig: Übst du dauerhaft höherwertige Tätigkeiten aus, hast du Anspruch auf höhere Eingruppierung – das regelt der TVöD klar.

Stufen und Stufenaufstiege: So steigst du auf
Innerhalb jeder TVöD Pflege Entgeltgruppe gibt es sechs Stufen – von Stufe 1 (Einstieg) bis Stufe 6 (Erfahrungshöchststufe). Die Stufe entscheidet maßgeblich über dein konkretes Monatsgehalt, und der Aufstieg läuft automatisch nach Beschäftigungszeit.
Wie lange dauert der Stufenaufstieg?
Laut aktuellem TVöD-Regelwerk (Anlage C) gelten folgende Verweildauern:
- Stufe 1 → Stufe 2: 1 Jahr
- Stufe 2 → Stufe 3: 2 Jahre
- Stufe 3 → Stufe 4: 3 Jahre
- Stufe 4 → Stufe 5: 4 Jahre
- Stufe 5 → Stufe 6: 5 Jahre
Das bedeutet: Wenn du als frisch examinierte Pflegefachkraft in P8 / Stufe 1 startest, erreichst du die Höchststufe P8 / Stufe 6 nach etwa 15 Jahren Berufserfahrung. Vorerfahrungen – etwa aus einem früheren TVöD-Arbeitsverhältnis – können beim Einstieg angerechnet werden und dir helfen, direkt in Stufe 2 oder höher einzusteigen.
Stufenanrechnung bei Wechsel: Das musst du wissen
Wenn du den Arbeitgeber wechselst, aber im TVöD-Bereich bleibst, kann dein neuer Arbeitgeber Vorzeiten aus einem früheren TVöD-Verhältnis anrechnen (§ 16 TVöD). Das ist eine echte Verhandlungsoption beim Jobwechsel! Aktuelle Stellenangebote auf mitpflege.de zeigen, dass viele kommunale Arbeitgeber eine attraktive Stufenanerkennung als Wechselanreiz anbieten.

Sonderregelungen: Hebammen, Spezialisten & P12/P13
Bestimmte Berufsgruppen und Qualifikationen haben im TVöD Pflege spezielle Eingruppierungsregeln – wer hier nicht aufpasst, verzichtet auf Gehalt, das ihm tariflich zusteht.
TVöD Pflege Eingruppierung Hebammen 2026
Hebammen haben 2026 durch die Akademisierung des Berufs (B.Sc. Hebammenwissenschaft als Regelabschluss) eine veränderte tarifliche Eingruppierung. Laut aktueller Rechtslage werden Hebammen mit Bachelorabschluss in P9 oder P10 eingruppiert, je nach ausgeübter Tätigkeit und Verantwortung. Reine Berufshebammen ohne akademischen Abschluss starten typischerweise in P8. Da dieser Bereich aktuell in der Diskussion ist und tarifliche Verhandlungen laufen, solltest du dich zusätzlich bei deiner Gewerkschaft (ver.di) informieren.
TVöD Pflege Eingruppierung P12 und P13: Für Führungskräfte und Pflegeexperten
Die TVöD Pflege Eingruppierung P12 gilt für Pflegekräfte mit Leitungsaufgaben oder einem pflegebezogenen Hochschulabschluss (Bachelor), die selbstständig und eigenverantwortlich in einem abgegrenzten Bereich arbeiten. Typisches Beispiel: Stationsleitung in einem kommunalen Krankenhaus.
Die TVöD Pflege Eingruppierung P13 ist die höchste reguläre Stufe für klinisch tätige Pflegefachkräfte mit Masterabschluss oder vergleichbarer wissenschaftlicher Qualifikation – etwa Advanced Practice Nurses (APN) oder Pflegewissenschaftler in der direkten Patientenversorgung. Diese Eingruppierung ist noch nicht in allen Häusern gängige Praxis, setzt sich aber zunehmend durch.
Praxisanleitung und Fachweiterbildungen: Wann winkt P9 oder P10?
Wer als Praxisanleiter tätig ist und die nach § 4 PflASchG geforderte Zusatzqualifikation (mindestens 300 Stunden) besitzt, hat in vielen Fällen Anspruch auf Eingruppierung in P9. Gleiches gilt für Pflegefachkräfte mit anerkannten Fachweiterbildungen (z. B. Intensiv/Anästhesie, Onkologie, Psychiatrie), sofern sie die entsprechende Fachtätigkeit auch tatsächlich ausüben. Das Schlüsselwort hier: „Ausüben der entsprechenden Tätigkeit" – eine Weiterbildung allein reicht nicht, wenn du sie nicht konkret einsetzt.
So prüfst du deine richtige Eingruppierung
Viele Pflegekräfte sind falsch eingruppiert – oft zu niedrig – und merken es nicht. Laut mitpflege.de ist eine fehlerhafte Eingruppierung einer der häufigsten Fehler, die Pflegekräfte beim Jobwechsel oder beim Blick auf die Gehaltsabrechnung entdecken. So gehst du systematisch vor:
- Arbeitsvertrag und Eingruppierungsschreiben prüfen: Steht dort explizit die TVöD-Entgeltgruppe P und die Stufe? Fehlt das, fordere es schriftlich ein.
- Stellenbeschreibung mit Tariftext vergleichen: Die Tätigkeitsmerkmale in Anlage C des TVöD definieren genau, welche Aufgaben welcher P-Gruppe entsprechen. Besorge dir den aktuellen Tariftext (erhältlich bei ver.di oder auf der TVöD-Seite der VKA).
- Vorerfahrungen dokumentieren: Sammle Nachweise über frühere TVöD-Arbeitsverhältnisse, Fachweiterbildungen und Zusatzqualifikationen – sie können deinen Stufenstart beeinflussen.
- Gewerkschaft oder Betriebsrat einschalten: Hast du Zweifel, hilft dir ver.di oder dein Betriebsrat kostenlos weiter. Diese Beratung ist Teil der Mitgliedschaft.
- Schriftliche Korrektur beantragen: Wenn du eine falsche Eingruppierung feststellst, stelle einen schriftlichen Antrag auf Korrektur bei deiner Personalabteilung. Rückzahlungen können rückwirkend für bis zu drei Jahre gefordert werden.
Falls du einen Jobwechsel in Betracht ziehst und einen Arbeitgeber suchst, der fair nach TVöD eingruppiert, schau dir auch unsere Guides zu Pflegefachmann Jobs 2026 und dem Unterschied zwischen examinierten und ungelernten Pflegekräften an – dort findest du wichtige Hintergrundinformationen zur fairen Bezahlung.
Häufig gestellte Fragen
In welche TVöD-Gruppe werde ich als frisch examinierte Pflegefachkraft eingruppiert?
Als dreijährig examinierte Pflegefachkraft (Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger oder Pflegefachmann/-frau) wirst du in der Regel in die Entgeltgruppe P8, Stufe 1 eingruppiert. Mit anrechenbarer Vorerfahrung aus einem TVöD-Arbeitsverhältnis kann der Einstieg auch in Stufe 2 oder höher erfolgen.
Was ist der Unterschied zwischen TVöD Pflege P8 und P9?
P8 gilt für Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung, die ihre Kerntätigkeit ausüben. P9 setzt eine anerkannte Fachweiterbildung (z. B. Intensiv, Psychiatrie, Onkologie) oder besondere Zusatzaufgaben (z. B. Wundmanagement, Praxisanleitung) voraus – und die tatsächliche Ausübung dieser Tätigkeit im Alltag.
Wie lange bleibe ich in Stufe 1 der TVöD Pflege Eingruppierung?
In Stufe 1 verbleibst du ein Jahr, bevor du automatisch in Stufe 2 aufsteigst – vorausgesetzt, das Arbeitsverhältnis besteht ohne Unterbrechung fort. Danach verlängern sich die Verweildauern schrittweise auf bis zu fünf Jahre (Stufe 5 → 6).
Gilt die TVöD Pflege Eingruppierung auch in privaten Pflegeheimen?
Nein, direkt nicht. Der TVöD gilt nur für Arbeitgeber, die Mitglied der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sind oder den TVöD vertraglich übernommen haben. Viele private Träger orientieren sich jedoch am TVöD oder zahlen ähnliche Gehälter, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Kann ich rückwirkend eine höhere Eingruppierung einfordern?
Ja, tarifliche Ansprüche können rückwirkend für bis zu drei Jahre geltend gemacht werden (Regelausschlussfrist im TVöD). Du solltest eine falsche Eingruppierung deshalb so früh wie möglich schriftlich beanstanden. Lass dich dazu von ver.di oder deinem Betriebsrat beraten.
Fazit: Deine TVöD Pflege Eingruppierung ist bares Geld
Die TVöD Pflege Eingruppierung ist kein bürokratischer Kleinkram – sie bestimmt direkt, wie viel du jeden Monat auf dem Konto hast. Von P6 für Pflegehelfer bis P13 für Advanced Practice Nurses: Wer seine Rechte kennt, wer die Stufen versteht und wer aktiv auf eine korrekte Eingruppierung achtet, kann über die Jahre einen erheblichen finanziellen Unterschied machen. Prüf deinen Vertrag, hol dir Unterstützung bei deiner Gewerkschaft und scheue dich nicht, eine Korrektur zu verlangen – du hast dieses Geld verdient.
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